Chronik der Feuerwehr Rechertsried

Es dürfte für jeden Freund der Feuerwehr interessant sein, einmal Rückschau zu halten. Laut Gründungsurkunde wurde am 25. November 1924 die Freiwillige Feuerwehr Rechertsried ins leben gerufen. Es ist dies für den Verein ein historisches Datum. 24 Mitglieder der damaligen Kollnburger Feuerwehr trenntenDorfmuellner sich von Dieser, und drängten zur Selbständigkeit. Hauptinitiator war der Mühl und Sägewerksbesitzer Josef Weber, der, obwohl selbst Vorstand der Kollnburger Wehr, es für dringend notwendig hielt, das die damals Politisch selbständige Gemeinde Rechertsried eine Eigene Wehr erhielt. Auch der 1.Kommandant und spätere Bürgermeister Karl Schroll war vom gleichen Geist beseelt. Es waren Pioniere für die Wehr und ihr Wirken zieht sich durch die ganze Vereinsgeschichte.

Aber immerhin der Anfang war gemacht, mit dem Beitragssatz von 1 Mark und der Fahne aus Kollnburger Zeiten, als man sich trennte hatte man der Nachbarwehr die Pumpe überlassen, ging man frohen Mutes ans Werk. Handdruckpumpe von 1925/heute noch im Besitz der FeuerwehrSicherlich ein großer Höhepunkt war der 07. November 1925 durch eine großzügige Spende der Gemeindeverwaltung Rechertsried konnte bei der damals noch jungen Wehr eine Handdruckpumpe aus der Feuerwehrgerätefabrik Paul Ludwig in Bayreuth zum damaligen Preis von 1600 Mark angeschafft werden. Ferner stellte die Gemeinde das Geld für 8 Schläuche mit insgesamt 135m zur Verfügung, auch wurden 21 Helme und 25 Gurte angeschafft. Natürlich durfte auch ein schallendes goldgelb glänzendes Messinghorn nicht fehlen. Für die Brandlöschung anderer Art wurden zwei Humpen gekauft, die wohl stets, nach Erzählungen der Honoratioren, gut gefüllt waren.

Das die Kameraden von Rechertsried auch damals schon keine Kinder von Traurigkeit waren belegt ein Eintrag vom 11.01.1926, hier wird zum erstenmal ein Ball erwähnt, der im Gasthaus Schießl/Kilger Rechertsried abgehalten wurde. Ob es sich Hier um einen Faschingsball oder Familienunterhaltung handelt kann leider nicht mehr nachvollzogen werden. Von kriminellen Machenschaften wird die Wehr auch nicht verschont. So wird am 23.05.1926 beim Kassier eingebrochen und die Kasse gestohlen, in ihr befand sich der stolze Betrag von 14,75 Mark. Der Dieb sowie die Kasse wurden nie wieder Gefunden. Verschieden Brände in den 20er und 30er Jahren, die man anging, waren wohl mehr ein "Versuch" das Feuer zu löschen. Dazu waren die Löschwasserverhältnisse und Ausrüstungen ( auf heut hin gesehen ) mehr als dürftig. Durch die Weitläufigkeit der Gemeinde hielt man es für zweckmäßig, die alte Handruckpumpe in Ramersdorf am Anwesen Freimuth zu Stationieren.
10 Jahre später wurde dann auf drängen der Vorstandschaft eine gebrauchte Handdruckpumpe für 200 Mark erstanden. Diese wurde dann dem Zweck entsprechend im Münchshöfener Feuerhaus (jetzt Bushäusl) stationiert. Dort wurde sie dann , nach angaben des Grundbesitzers, wegen baulicher Maßnahmen samt Feuerhaus eingeebnet. Darf man den Angaben einiger Gemeindeältesten glauben schenken so müßte noch eine dritte Pumpe im Einsatz gewesen sein über die allerdings nirgends ein Eintrag zu finden ist. So verfügte die Wehr über einen stattlichen Fuhrpark mit Stützpunkten in Rechertsried, Ramersdorf und Münchshöfen der seines Gleichen in der näheren Umgebung suchen mußte.

Während der 11. Generalversammlung am 29.12.1935 wird erstmals die NSDAP in der Feuerwehrgeschichte erwähnt. Diese "Partei" wurde durch SA- Ortsgruppenleiter Neubauer vertreten, dieser Eröffnete auch die Sitzung mit einem kräftigen "Sieg Heil". Geschlossen wurden die Sitzungen durch Josef Weber aber noch bis 12.1938 mit seinem alteingesessenen "Gut Heil". Am 11.04.1940, viele Wehrmänner mußten den blauen Rock mit dem Grauen tauschen seit dieser Zeit liegt das Vereinsgeschehen bis 1949 völlig im Dunklen.

FP 800 /heute noch im Besitz der Feuerwehr Die einzige Dokomentarisch festgehaltene Aktivität des Vereins war die Außerdienststellung der Handdruckpumpe am 03.11.1948,diese wurde durch eine FP-800 ersetzt. Die Finanziellen Mittel dazu brachte die Gemeinde durch eine Holzspende von 31,43 kbm, damals 2828,70 DM auf. Einige wohlgesonene Bürger spendeten noch 619 DM zu. Man sah es damals als riesigen Fortschritt an eine Motorpumpe zu erhalten. Das nostalgisch anstrengende Pumpen hatte fortan ein Ende. Als Fahrbarer Untersatz diente ein Anhänger, der von einem Lanz Bulldog , den Josef Weber zur Verfügung stellte, gezogen wurde.

1949 konnte man endlich das erste große Fest in der Vereinsgeschichte feiern Festzug von Rechertsried nach Oberhofen"Das 25. jährige Jubiläum". Hilde Hauptmann wurde das Amt der ersten Nachkriegs Festmutter zuteil, ferner wurde sie von den Festjungfrauen Hermine Englmeier und Elisabeth Biebl begleitet. Den Festgottesdienst hielt Pfarrer Rudolf Greiner. Ganz besonders freute man sich zu dieser Zeit schon wieder viele Feuerwehrabordnungen zum Fest begrüßen zu können. Mit den Kommandanten hatte die Wehr in dieser zeit weniger Glück, da die Führung öfter wechselte, was den Protokollen zu entnehmen ist. Erst 1957 trat mit der Wahl von Anton Schedelbauer wieder eine gewisse Bodenständigkeit ein. 1964 war es nun soweit eine neue Fahne solle gekauft werden . Da die alte schon einige Jährchen auf dem Stecken hatte und sie doch schon einen ziemlich verschlissenen Eindruck machte. Hierfür wurde eine Sammlung durchgeführt an der sich fast die ganze Gemeinde beteiligte. Durch die Spendenfreudigkeit konnte somit der Kaufpreis von 1820 DM leicht eingebracht werden. Am 26 07.1964 fand die Feierliche Weihe statt. Der Festgottesdienst wurde auf dem "Dorfmühl-Anger" von Pater Gregor aus Metten zelebriert, da sich H.H. Anton Kilger tags zuvor zwei Rippen gebrochen hatte. Als Fahnenmutter fungiert Fanny Freimuth aus Ramersdorf und das Amt der Festbraut wurde Anneliese Hauptmann aus Stein zuteil. Mit stolz geschwellter Brust marschierte der damalige Fahnenjunker Probst Eduard, Nößling, mit einem langen Festzug im Schlepptau, durch das kleine aber in festlicher Stimmung versammelte Örtchen Rechertsried . 1967 wurden die ersten Leistungsabzeichen von zwei Gruppen erfolgreich absolviert. Am 07.07.1969 verschied ein Urgestein der Feuerwehr Rechertsried. Josef Weber Gründer und Ehrenvorstand, Inhaber der höchsten Bayerischen Feuerwehrauszeichnung starb im alter von 82 Jahren. An der Beisetzung beteiligten sich damals 26 Feuerwehrabordnungen mit Fahnen, sowie die Ortsvereine der Gemeinden Rechertsried und Kollnburg.

Nach und nach versuchte man, dem Zug der Zeit entsprechend, die Ausrüstung der Wehr zu vervollkommnen. Ford Transit der Firma KilianSo ging am 04.07.1972 ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Kommandant Hans Müller holte den in Ulm bei Magirus aufgebauten TSF-Ford Transit, zum damaligen Preis von ca. 22.000 DM, ab. Am 23.03.1972 wurde das Fahrzeug in einer Feierlichen Stunde, in der Lobmeier Kapelle, geweiht. Anschließend wurde für die Anwesende Bevölkerung noch eine Schauübung durchgeführt. Erwähnendswert ist vielleicht noch, das Helmut Kilian, Zwiesel, von dem das Auto geordert wurde, es sich nicht nehmen lies und das Festessen stiftete. 1975 Wechselte man wegen Unstimmigkeiten das Vereinslokal Kilger in Recherstried. Man bestimmte auf einer Auserordentlichen Sitzung das Gasthaus Schießl "Wurzlsepp" in Münchshöfen zur neuen Vereinsherberge
Freiwillige Feuerwehr Rechertsried e.V. 1924 - 94262 Kollnburg - Rechertsried 30